Washington, D.C.
![]() Historische Karte von Washington D.C. aus Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage, 1888; der links des Flusses gelegene Teil gehört heute nicht mehr zum Stadtgebiet. |
Washington, D.C. (2000: 572.059 Einwohner) ist die Hauptstadt und der Regierungssitz der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Stadt liegt am Potomac River zwischen den Bundesstaaten Maryland im Nordosten und Virginia im Südwesten und gehört keinem Bundesstaat an. Die Abkürzung D.C. steht für "District of Columbia" und soll diese Sonderstellung betonen. "Columbia" steht dabei natürlich nicht für Kolumbien, sondern ist ein anderer lateinischer Name für Amerika, abgeleitet von Kolumbus.
Der Bundesstaat Washington liegt dagegen im Nordwesten der USA am Pazifik und ist nicht mit der Stadt Washington zu verwechseln.
Die erste Hauptstadt der USA war New York; der District of Columbia wurde aus von Maryland und Virginia abgetretenem Land gebildet, um die Regierung und den Kongress dem Zugriff der damals noch sehr mächtigen Einzelstaaten zu entziehen und um eine städtebaulich durchgeplante, moderne und repräsentative Hauptstadt der neuen Republik zu bilden. Zudem liegt er viel näher an der damaligen Mitte der USA, und Maryland, das sich als einziger Staat nicht klar den Nord- oder Südstaaten zuordnen ließ, verhieß auch politisch mehr Neutralität.
Ursprünglich war der Distrikt exakt quadratisch. Da die Stadt anfänglich nur sehr langsam wuchs, wurde jedoch der von Virginia abgetretene Teil nach einigen Jahrzehnten an diesen Staat zurückgegeben; dort bildet er heute den Kreis Arlington.
Flächenmäßig ist die Stadt mit 179 km² kleiner als alle Bundesstaaten, die gesamte so genannte Metropolitan Area mit allen Vororten (inkl. Arlington) und umliegenden Siedlungen hat jedoch 3,9 Millionen Einwohner.
Washington, D.C. ist Sitz der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds.
Von den fünf Universitäten sind die bekanntesten die Georgetown University (gegründet 1975), die George Washington University (gegründet 1821) und die Howard University (gegründet 1867 und eine der ältesten Universitäten für die afroamerikanische Bevölkerung).
Die bekanntesten Gebäude sind das Weiße Haus, das Kapitol und das Pentagon.
Washington untersteht direkt dem Kongress, der einmal pro Monat einen halben Tag lang praktisch als Stadtrat Washingtons tagt. Es gibt heutzutage auch einen eigenen gewählten Stadtrat und Bürgermeister, deren Beschlüsse aber vom Kongress jederzeit anuliert werden können.
Die Einwohner Washingtons dürfen seit den 1950er Jahren an der Wahl des amerikanischen Präsidenten teilnehmen, wobei die Stadt aber unabhängig von ihrer jeweiligen Einwohnerzahl immer nur drei Wahlmänner stellen kann, genausoviele wie die kleinsten Einzelstaaten.
Von den Wahlen zum Kongress, welcher die Bundesstaaten vertritt, sind die Washingtoner dagegen auch heute noch ausgeschlossen. Entsprechende Zusatzartikel zur Verfassung sind mehrmals am Widerstand der Republikaner gescheitert, da Washington mit seiner großen afroamerikanischen Mehrheit traditionell Demokraten wählt.
Washington ist in vier Distrikte eingeteilt: Northwest (NW), Southwest (SW), Northeast (NE) und Southeast (SE). Die Straßen sind alle gerade angelegt und durchnummeriert, die rechtwinklig dazu verlaufenden Straßen alphabetisch geordnet, so dass die Orientierung sehr leicht fällt.







