Sankt Petersburg
''Dieser Beitrag behandelt die Stadt in Russland, zu Sankt Petersburg (Florida), siehe dort.Sankt Petersburg (russisch Санкт-Петербург, Sankt Peterburg), früher auch Petrograd, Leningrad, ist nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands und die viertgrößte Stadt Europas. Sie liegt im Nordwesten des Landes, in der Nähe von Estland und Finnland.
- Fläche: ca. 606 km2 ( als Bundesland -- ca. 2000 km2), davon 58 km2 Wasser
- Einwohner: 4,7 Mio. (Stand: 2003)
- KfZ-Zeichen: 78
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2 Politik 3 Geographie 4 Persönlichkeiten 5 Sehenswürdigkeiten 6 Wirtschaft und Verkehr 7 Weblinks |
1703 wurde die Stadt von Peter dem Großen auf der "Haseninsel", zwei Kilometer westlich der im Nordischen Krieg eben den Schweden entrissenen Festungen Nyenschantz und Landskrona gegründet. Sie sollte als Bollwerk gegen schwedische Truppen dienen, aber auch dem fortschrittsfeindlichen Moskau eine moderne, westlich orientierte Stadt entgegen stellen.
Die Stadt wurde auf dem Reißbrett geplant und in den Sümpfen der Newa-Mündung innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Schon während der Errichtung der Stadt kamen vermutlich Zehntausende Zwangsarbeiter und Leibeigene ums Leben. Später sollte es aufgrund der ungünstigen Lage immer wieder zu Überschwemmungen kommen, bei denen unzählige Bewohner ihr Leben ließen.
1711 übersiedelte der Hof des Zaren nach Sankt Petersburg, 1712 wurde die Stadt offiziell zur Hauptstadt erklärt. Wichtige staatliche Institutionen wie der Senat, der Währungshof oder das Garderegiment zogen in den folgenden Jahren nach. Auch viele Leibeigene wurden in den ersten Jahren aus der Umgebung Moskaus in die Nähe der neuen Hauptstadt zwangsübersiedelt. Der ursprüngliche holländische Name Sankt Piters Burch wurde bald eingedeutscht. Der Name Sankt Petersburg führt sich zurück auf den Schutzpatron der Stadt und nicht etwa auf Peter den Großen.
Bis auf ein kleines Intermezzo in den Jahren 1728 bis 1732, als der Hof in Moskau weilte, sollte die Stadt bis 1918 Hauptstadt bleiben.
Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine Blütezeit, vorerst vor allem auf kulturellem, später auch auf wissenschaftlich-technischen Gebiet. Theater und Museen, höhere Schulen und Bibliotheken wurden gegründet. 1783 eröffnete das Bolschoj kamennyj teatr, in dem später die großen Nationalopern Michail Iwanowitsch Glinkas aufgeführt werden sollten. 1819 entstand aus dem Pädagogischen Institut die Petersburger Universität.
Schriftsteller und Intellektuelle schlossen sich in literarischen Kreisen zusammen und gaben Wörterbücher und Zeitschriften heraus. Zu den wichtigsten Zeitschriften zählen etwa der Polarstern von Rylejew und Bestuschew oder Puschkinss Sowremennik (Der Zeitgenosse).
In Sankt Petersburg begann die Revolution von 1905 — 07, die Februarrevolution und die Oktoberrevolution.
Während des 2. Weltkrieges wurde die Stadt 29 Monate lang von deutschen Truppen belagert.
Am 27. Mai 2003 wurde das 300-jährige Jubiläum der Stadt begangen, wozu im Vorfeld die Altstadt und verschiedene Paläste saniert sowie das legendäre Bernsteinzimmer rekonstruiert wurden.
Sankt Petersburg war von 1721 bis 1918 bis auf ein paar Jahrzehnte Hauptstadt von Russland. 1914 wurde der Name der Stadt auf Petrograd russifiziert. Sie hieß nun Petrograd (1914 bis 1924), da sie in Zeiten des Krieges gegen Deutschland keinen deutsch klingenden Namen haben sollte. Nach Lenins Tod 1924 wurde die Stadt in Leningrad umbenannt. Nach dem Ende der Sowjetunion im Jahre 1991 wurde die Stadt durch Volksentscheid wieder in Sankt Peterburg umbenannt. Das umgebende Gebiet trägt aber immer noch den Namen Leningradskaja Oblast.
Sankt Petersburg liegt an der Mündung der Newa in den Finnischen Meerbusen und besteht aus mehreren Inseln. Aus diesem Grund ist die - 1955 gegründete - Metro die tiefste U-Bahn der Welt.
15% der Gebäude in Sankt Petersburg - 2400 Gebäude - wurden von der Unesco zu Denkmälern der Architekturgeschichte eingestuft. Damit wird Petersburg in dieser Hinsicht nur noch von Venedig übertroffen. Doch der Stadt fehlt das Geld für die Erhaltung dieser Baudenkmäler.
Eremitage, Isaakskathedrale, Peter-und-Pauls-Festung, Panzerkreuzer Aurora, die weißen Nächte, viele Brücken, ...
In Sankt Petersburg befindet sich vor allem maritim orientierte Industrie, also Werften, Maschinenbau u.ä.. Außerdem besitzt die Stadt Möbelindustrie, Nahrungsmittelindustrie (z.B. die bekannte Brauerei Baltika) und Erdölverarbeitende Industrie. Vor der Perestoika bildete der rüstungsindustrielle Komplex 80 Prozent der Leningrader Wirtschaft.
Sankt Petersburg ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Hierbei stellt es einen wichtigen Verknüpfungspunkt zwischen Seeschifffahrt (größter Hafen Russlands mit Bedeutung für den ganzen osteuropäischen- und nordasiatischen Raum) und der Eisenbahn dar. Von Sankt Petersburg aus fahren Fähren nach Kaliningrad, wofür kürzlich ein großes Fährterminal eingeweiht wurde. Weitere Fährverbindungen bestehen nach Stockholm, Helsinki, Kiel und andere Hafenstädte an der Ostsee. Die wichtigen Vorhäfen von Sankt Petersburg befinden sich an der Ostsee in Ust-Luga und in Wyssozk. Über die Newa und verschiedene Kanäle bestehen schiffbare Verbindungen zum Ladogasee, zur Wolga und zum Weißen Meer. Hierfür fahren die Schiffe nachts durch das Stadtgebiet, wofür Klappbrücken hochgeklappt werden.
Eisenbahnlinien führen nach Murmansk(Ladogabahnhof), Kirow, Moskau (Moskauer Bahnhof), Tallinn (Baltischer Bahnhof), Berlin (Witebsker Bahnhof)und Helsinki (Finnlandisher Bahnhof)
Vorläufig wird eine Autobahn um die Stadt gebaut.
Die öffentliche Verkehrsmittel ist mangelhaft.
Die U-Bahn hat 4 Linien, eine verbindet St. Petersburg mit einem Dorf in Leningradskaja Oblast. Außerdem gibt es zahlreiche Bus- und Oberleitungsbuslinien sowie ein der größten in der Welt Straßenbahnnetz. Der größte Anteil des bodengebundenen Reisendenstroms gehört aber den Linientaxis. S-bahn gibt es nicht.
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