Pirol
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Pirol im engeren Sinne. Auch andere Vogelarten aus der Gruppe Oriolidae tragen das Wort Pirol in ihrem Namen. Für Informationen darüber siehe den Artikel über Pirole.{| border="1" cellspacing="0" style="float:right;margin-left:0.5em" ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Pirol |- | align="center" |
Pirole (Oriolus oriolus)
Größere Version |- ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Systematik |- | {| border="0" |- | Klasse: || Vögel (Aves) |- | Unterklasse: || Neukiefervögel (Neognathae) |- | Ordnung: || Sperlingsvögel (Passeriformes) |- | Familie: || Pirole (Oriolidae) |- | Gattung: || Oriolus |- | Art: || Pirol (O. oriolus) |} |} Der Pirol (Oriolus oriolus) ist ein etwa starengroßer Singvogel, der auch Goldamsel oder Vogel Bülow genannt wird. In der Systematik gehört der Pirol in die eigene Familie der Pirole (Oriolidae) und ist eng mit den Staren (Sturnidae) und den Drongos (Dicruridae) verwandt.
Im Französischen heißt der Pirol Loriot. Durch diese Zusammenhänge kam das Adelsgeschlecht von Bülow zu seinem Wappentier und der Künstler Vicco von Bülow zu seinem Künstlernamen.
Der Pirol ist ein schlanker Vogel etwa in der Größe eines Stars oder einer Amsel,
aber auffälliger gefärbt. Die Größe wird mit etwa 18 bis 24 cm angegeben (Schnabelspitze
bis Stoßende). Pirole zeigen im Federkleid einen auffälligen Sexualdimorphismus, d. h.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich wesentlich. Der männliche Hahn hat einen
grell gelben Rumpf und schwarze Flügeldecken mit einem gelben Fleck je Flügel,
die Schwanzfedern, der Stoß, sind schwarz mit zwei gelben Streifen.
Die weibliche Henne ist mattgrün gefärbt mit etwas hellerer, gesprenkelter Brust und
Bauch und einem gelblichen Unterbauch. Diese Färbung verbessert die Tarnung beim
Brüten auf dem Nest.
Beide Geschlechter zeigen einen rosa bis rostfarbenen Schnabel, der ähnlich lang
ist wie beim Star, aber etwas weniger schlank. Beine und Krallen sind grau gefärbt.
Die Augen haben einen bräunlichen, auch ins rötliche gehenden Farbton.
Leicht erkennbar ist aufgrund der Färbungen nur das Männchen, dessen Kontrast
zwischen schwarz und gelb im Flug auffällt. Leicht zu entdecken sind die Vögel
nicht, da sie sich oft hoch in Bäumen aufhalten. Das Nest wird ebenfalls in hohen
Bäumen im Kronenbereich gebaut und an einem geeigneten Ast aufgehängt.
Die Eier sind hell rosa bis weißlich mit kleinen schwarzen Sprenkeln gefärbt und
entsprechen in ihrer Größe denen von Staren oder Amseln.
Als Singvogel zeigt der Pirol einen weiteren Geschlechterunterschied: Es ist nur
der männliche Vogel, der mit einem klangvoll flötenden Gesang sowie mit etwas
leiserem Zwitschern zu hören ist. Der Gesang wird sprachlich hilfsweise mit der
Umschreibung "dü-düdelüüt-lio" oder aber "büloo-büloo" (daher der regionale Name)
wiedergegeben und ist als Erkennungsmerkmal unterschiedbar. Der Lockruf lässt sich
sprachlich als "rääij-rääij" oder als "krääk-krääk" angeben. Vögel beider Geschlechter
krächzen bei Aufregung, was mit einem "chrrrääh" umschrieben wird.
Der Sommervogel Pirol ist nur von Ende April oder Anfang Mai bis Ende August oder
Anfang September in nördlicheren Breiten, dann aber ist er in großen Teilen Europas
und insbesondere im gesamten deutschen Sprachraum zu finden. Die Häufigkeit ist
allerdings nicht sehr hoch; strichweise gibt es individuenreichere Bestände,
während in anderen Regionen der Bestand ausgedünnt ist.
Der Pirol bevorzugt baumreiche, leicht waldige Zonen, die nicht zu dicht, dafür aber
auch feucht sein dürfen. Er ist zu finden in Laub- und Kieferwaldungen, in
Auenwäldern und großen Obstbaumbeständen, aber auch in Parkanlagen und größeren
Gärten in nicht allzu stark besiedeltem Gebiet.
Pirole ernähren sich sowohl vegetarisch als auch durch tierisches Eiweiß.
An Insekten werden besonders Raupen und Schmetterlinge
gefangen. Die pflanzliche Kost besteht vor allem aus zuckerhaltigem
süßem Obst wie Kirschen und verschiedenen Beeren.
Aussehen und Gesang
Lebensraum
Nahrung
Weblinks






