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Mennoniten

Mennoniten sind eine christliche Konfession in der Tradition der Täufer. Der Name leitet sich vom Gründer Menno Simons ab. Anfangs war "Mennoniten" ein Schimpfwort, später wurde der Namen von der Gruppe übernommen.

Table of contents
1 Synonyme und andere Sprachen
2 Verbreitung
3 Lehre
4 Gottesdienst und Praxis
5 Organisation
6 Geschichte
7 Ökumene
8 Weblinks

Synonyme und andere Sprachen

Altevangelisch Taufgesinnte, Alttäufer, Freikirchliche Gemeinde.

Verbreitung

Weltweit gibt es etwa eine Million Mennoniten (Mennonitisches Jahrbuch 1990) in über 60 Ländern, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten, und Kanada.

, im deutschen Sprachraum etwa 80 Gemeinden mit 13'000 Mitgliedern in Deutschland, 16 Gemeinden mit 3000 Mitgliedern in der Schweiz.

In der Schweiz befindet sich die Europäische Mennonitische Bibelschule Bienenberg, in Liestal.

Lehre

Die Mennoniten waren und sind bestrebt den Inhalt der Bibel zu leben und diese nicht als graue Theorie sondern als Gebrauchsanweisung für ihr Leben zu sehen. Gute Bibelkenntnis wird von allen Mitgliedern erwartet - in den Anfangszeiten, als Mennoniten oft Analphabeten waren, konnten viele von ihnen große Teile der Bibel auswendig.

Mennoniten gehören zu den Friedenskirchen, die sich an Gewaltlosigkeit und Pazifismus orientieren und vielfach in politischen Krisengebieten diakonisch aufgetreten sind. Manche Mennoniten verweigern jeden Wehrdienst und sogar die Steuern, die für Militärausgaben bestimmt sind, andere leisten Militärdienst.

Ihre Lehre in der Tradition der Täufer beinhaltet

Zu den frühesten Glaubensbekenntnissen zählt die am 24. Februar 1527 angenommene Konfession von Schleitheim. Ihre sieben Artikel umfassen:
die Taufe
die Exkommunikation
das Brotbrechen
die Abtrennung von der Welt
die Pastoren in der Kirche
das Schwert
der Eid.

Gottesdienst und Praxis

Es gibt über zwanzig verschiedene mennonitische Gruppen die sich bezüglich Lebensweise und religiöser Praxis stark unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen die täuferische Tradition und das Engagement in aktiver Friedensarbeit und diakonischer Tätigkeit.

Einige mennonitische Gruppen, z.B. in Kanada, den USA oder Russland, leben in einer ausgeprägten Distanz zum normalen Alltagsleben. Ein bekanntes Beispiel sind die Amischen, die weitestgehend auf den Einsatz moderner Technik verzichten. In einigen Fällen haben sich diese Gruppen auch ihren ursprünglischen deutschen Dialekt erhalten, wie z.B. das Plautdietsch.

Organisation

Die einzelnen Gemeinden sind unabhängig (kongregationalistisch) und werden als Abbild der neutestamentlichen Gemeinde verstanden. Die Gemeindeleitung liegt in der Regel in den Händen von Ältesten, Predigern und Diakonen.

1990 wurde die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland gegründet.

Alle bedeutenderen Mennonitenkirchen (164 Kirchen) sind Mitglieder der Mennonitischen Weltkonferenz.

Geschichte

Während des 16. Jahrhunderts wurden die Mennoniten und anderen Täufer verfolgt. Bis zum 17. Jahrhundert vereinigten sich einige von ihnen mit der niederländischen Staatskirche und veranlassten den Staat zur Einstellung der Verfolgungen.

Die Mennoniten außerhalb der Staatskirche sollten sich dafür entscheiden, die Gemeinschaft mit ihren Brüdern innerhalb der Staatskirche aufrechtzuerhalten. Dies führte zu zur Spaltung. Die gegen das Verbleiben in der Gemeinde waren, wurden als Amish-People bzw. Amisch bekannt, nach ihrem Gründer Jakob Amman. Die in der Gemeinschaft blieben, behielten die Bezeichnung Mennoniten. Im Lauf der Jahre haben andere Widersprüche zu weiteren Spaltungen geführt; es gab theologische, praktische, bzw. geographische Gründe. Als z.B. Anfang des 20. Jahrhunderts einige in der Amisch-Gemeinde mit der Einführung der Sonntagsschule und der Evangelisation in ihrer Gemeinde scheiterten, trennten sie sich ab und bildeten die konservative Mennonitenkirche.

Ökumene

Mennoniten sehen sich mit allen Christen verbunden, die Jesus als Herrn bekennen und nach seiner Lehre leben wollen und halten ihre Kirchen für sie offen.

Sie sind Mitglied des Verbandes evangelischer Freikirchen in der Schweiz und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland.

Viele aber nicht alle Mennonitischen Kirchen sind Mitglieder im Ökumenischen Rat der Kirchen.

Siehe auch: Hutterer, Täufer

Weblinks




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