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Lyrik

Als Lyrik (lat. Lyra, die Leier) bezeichnet man die dritte dichterische Gattung neben Epik und Dramatik. Im Unterschied zu den anderen beiden Gattungen, die schon von Aristoteles in seiner 'Poetik' in diesem Sinn verwendet werden, gebraucht man den Ordnungsbegriff 'Lyrik' erst seit dem 18. Jahrhundert im Sinne einer eigenen Gattung. Der Begriff bleibt außerdem relativ unbestimmt.

Table of contents
1 Kriterien der sprachlichen Form
2 Zur Geschichte der Gattung
3 Wichtige Lyriker
4 Formen der Lyrik

Kriterien der sprachlichen Form

Lyrische Texte werden auch als Gedichte bezeichnet. Sie unterscheiden sich von Prosa durch ihre gebundene Form (Vers, Metrik, Strophenbau). Die Versform allein kann aber nicht ausschlaggebendes Kriterium sein, da auch epische oder dramatische Texte in Versform vorkommen. Die gebundene Form verliert im Laufe der Gattungsgeschichte, vor allem im 20. Jahrhundert, ihre Bedeutung, so dass sich Lyrik heute nur noch selten über die metrische Form definiert. Lyrische Texte unterscheiden sich dennoch sprachlich-formal von epischen und dramatischen vor allem durch ihre Kürze, ihre strengere Form, ihre Dichte und sprachliche Ökonomie, ihre Subjektivität und ihren Bezug auf ein "lyrisches Ich". Alle sprachlichen und formalen Mittel werden dabei als Ausdrucksmittel nutzbar gemacht. Keines dieser Kriterien ist aber hinreichend oder notwendig.
Lyrik wurde ursprünglich zur Lyra vorgetragen (gesungen). Noch im Mittelalter ist Lyrik grundsätzlich gesungen. Die Lyrik steht damit in einer gewissen Beziehung zur Musik und zum Lied. Die meisten lyrischen Texte sollten deshalb laut vorgetragen werden, um wirklich zur Geltung zu kommen. Vor allem in der neueren Lyrik wurde aber die graphische Gestalt immer wichtiger ("Augenlyrik"). Am augenfälligsten wird das in der konkreten Poesie.

Zur Geschichte der Gattung

Die Lyrik ist eine der frühen literarischen Formen, sie gab es schon zu den Zeiten der Babylonier, Perser oder Juden (Psalmen, Hoheslied des Salomon). Unser Begriff von Lyrik wurzelt allerdings im antiken griechischen Kulturkreis. Dort war die Lyrik zunächst das zur Lyra gesungene Lied, das in den Chorgesängen der antiken Dramen und im religiösen Kultus seinen "Sitz im Leben" hatte. Bedeutende Lyriker des Altertums sind z. B. Sappho, Horaz.

Die deutsche Lyrik des Mittelalters war zunächst geprägt von christlichem Gedanken- und Vorstellungsgut (Marienlyrik). Die weltliche Lyrik des höfisch-ritterlichen Minnesangs und der Spruchdichtung drängte sich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts stark in den Vordergrund und bildete ein variationsreiches literarisches System von hohem Kulturprestige aus. Dabei wirkten auch Impulse aus der mittellateinischen Vagantendichtung, der Rezeption klassisch-lateinischer Lyriker (v.a. Ovid) und der mozarabischen Lyrik Spaniens mit.

Durch Luther, den zunehmenden Einfluss der italienischen und französischen Dichtkunst und den erneuten Rückgriff auf die lateinische Lyrik (Horaz) begann in der dt. Barockzeit eine neue Tradition vielfältiger und formstrenger Dichtung (Andreas Gryphius).

Wichtige Lyriker

Andreas Gryphius (Barock), Johann Wolfgang von Goethe (Sturm und Drang, Klassik), Friedrich Schiller (Klassik), Eduard Mörike (Romantik), Friedrich Hölderlin (Romantik), Heinrich Heine (Vormärz), Bert Brecht (20 Jhd.), Walther von der Vogelweide (Mittelalter), Rainer Maria Rilke (20 Jhd. ), Gottfried Benn (20 Jhd.), Peter Huchel (20 Jhd.), Joseph von Eichendorff (Romantik), Sarah Kirsch (20 Jhd.)

Formen der Lyrik

Ballade, Hymne, Elegie, Sonett, Kanzone, Lied

Siehe auch: Poesie, Lyriker, Literaturgattung, Gedichtinterpretation




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